Reisebericht
Gozo (Malta / Mittelmeer )

 

 

 

 

 

 

 

Südlich von Sizilien im Mittelmeer liegt der kleine Staat Malta mit seinen drei Inseln Malta, Gozo und Comino. Wer nach Malta reist und sich auf ein romantisches, verträumtes und ruhiges Eiland freut, wird wohl enttäuscht werden. Durch seine hohe Bevölkerungsdichte von fast 1200 Einwohnern pro Quadratkilometer ist die kleine Insel, die im Mittelalter Hauptsitz des heimatlosen Ordens der Johanniterritter wurde, sehr stark besiedelt. Grüne Pflanzen sieht man nur im Frühjahr – der Rest ist blanker Kalkstein.
Nichtsdestotrotz findet man hier italienische Lebensfreude, vermischt mit arabischen Einschlägen und englischer Kultur. Ganz anders wirkt die Insel Gozo.
Auf der überwiegend landwirtschaftlich orientierten Insel geht es sehr viel ruhiger und beschaulicher zu. Hier gibt es nur wenige kleine Ortschaften, dazwischen ist viel Natur. Natürlich ist auch hier die Pflanzenwelt nicht sonderlich gut ausgeprägt. Die meisten Touristen besuchen Gozo nur für Tagestrips von Malta aus mit der Fähre. Dabei lohnt es sich gerade für Taucher die spätnachmittags fast menschenleeren Felsküsten zu genießen. Denn die Qualität der Tauchspots vor Gozo ist noch besser als die der Hauptinsel.

Die Inseln Malta, mit Gozo und Comino, gelten als die besten Tauchgebiete im Mittelmeer. Steilhänge, Drop-Offs, viele Meereshöhlen und oft gigantische Sichtweiten zeichnen die Gebiete aus. Meist kann man mit dem Mietwagen bis dicht an den Einstieg heranfahren und das Tauchen ohne viel Ausrüstung schleppen genießen. Die einhellige Meinung vieler Taucher ist, dass Gozo zu den besten Tauchgebieten im Mittelmeer gehört.
Sowohl auf Malta, als auch auf Gozo findet man eine Reihe Tauchbasen, die Tauchgänge rund um die Insel anbieten. Einen guten Service bieten die Deutschen Heike & Thomas mit dem „Nautic Team“ (Info: www.nauticteam.de)

Zur Einstimmung möchte ich von einer gigantischen Tauchstelle auf Gozo berichten:

Für unseren Nachmittagstauchgang wollen wir heute die Tauchstelle am „Azur Window“ erkunden. Die Sonne steht schon tief, als wir mit unseren vollgeladenen Jeeps den goldgelb angeleuchteten Felsbogen im Meer erreichen. Nach gründlicher Vorbereitung und gegenseitigem Check laufen wir die paar Meter zum Einstieg und bewundern die karstige Felsenlandschaft vor der Steilküste. Unser Ziel ist das „Blue Hole“, ein kreisrunder Pool im Felsboden. Viel haben wir darüber gelesen, viele Taucher vor uns schwärmen von dieser Tauchstelle. Wir sind gespannt.

 

Home
Bücher
Tauchsicherheit
Reiseberichte


Thailand / Ko Phi Phi

Mexico / Yucatan
USA / Kalifornien
Malediven / Eriyadu
Malediven / Hammerhead
Malta / Gozo
Karibik / Saba

Links
DLRG
Kontakt
Impressum

 

   

 

(c) 2006 Thilo Künneth

 

Das Nachmittagslicht der Sonne scheint uns ins Gesicht und lässt uns auf das kühle Nass freuen. Ein letzter gegenseitiger Check. Erwartungsfroh lassen wir uns gemeinsam ins Wasser gleiten und in die Tiefe sinken. Fels umgibt uns, wir sehen in dem klaren Wasser den Himmel über uns.

Dann öffnet sich ein Durchbruch, der uns einen atemberaubenden Blick ins klare dunkelblaue Meer beschert und wir folgen der beschriebenen Route entlang der Steilküste. Nach ein paar Minuten haben wir sie erreicht: Die „Coral Cave“ - eine der schönsten Meereshöhlen, die an der Küste von Gozo zu finden ist. Zuerst bedrohlich, dann faszinierend – so wirkt der mächtige Höhleneingang auf uns. Wie abgesprochen tauchen wir paarweise hinein und schalten die Lampen an. Eine völlig neue Welt umgibt uns. Das Tageslicht wird immer schwächer und der Höhlendom verengt sich Stück für Stück. Faszinierend ist das klare Wasser in der Höhle, das uns im Schein der Lampen ungeahnte Sichtweiten ermöglicht. Unsere Ausatemluft sammelt sich wie rollende Quecksilbertröpfchen zu glitzernden kleinen Seen an der Decke. Bunt und farbenfroh leuchten die Wände im Licht unserer Lampen, die über und über mit Korallen bedeckt sind. Kleine Fische und Weichtiere warten in engen Spalten, um uns als Modell für Makroaufnahmen zu Verfügung zu stehen. Der Ausgang leuchtet in einem intensiven Blau...

Thilo Künneth, 2004

 

Aus Buch: Tauchpraxis Höhlentauchen, Künneth / Munzinger, Verlag Müller Rüschlikon, 2004

 


 

 

   

 

letzte Aktualisierung: 09.01.2006

 

(c) 2006 Thilo Künneth