Reisebericht
Tauchen in den Kelpwäldern Kaliforniens

 

 

 

(Westküste USA)

 

 

 

Die Küste zwischen San Francisco und Los Angeles ist geprägt von Steilabhängen, Felsenlandschaft, Klippen und den kurvigen Serpentinenstraßen des Highway Nr.1. Auch ohne zu tauchen, sollte man sich die Zeit für eine Fahrt entlang der Küstenstraße nehmen. Südlich von San Francisco kommt man in eine Stadt namens Monterey, das durch den Roman "Cannery Row" von John Steinbeck berühmt wurde. Hier ist ein Besuch des großen Aquariums (Monterey Bay Aquarium, 886 Cannery Row) Pflicht! Auf zwei Stockwerken werden dem staunenden Besucher die Unterwasserwelt des Pazifik vorgestellt. Das Highlight ist ein 1-Millionen-Liter-Becken mit Kelp-Pflanzen, Haien und anderen Großfischen. Hier konnten wir uns vor dem geplanten Tauchgang gut über die lokale Fauna und Flora informieren.
 
Ein Biologe erzählte uns einiges über Kelp, die baumhohen Wasserpflanzen mit dem dichten Blätterdach. Vor allem haben wir erfahren, wie reißfest die Pflanzen sind. Also beim Tauchen aufgepasst und nicht ohne Messer! Eine lokale Tauchbasis war schnell gefunden, bei der wir Pressluftgerät und Ausrüstungsteile leihen konnten. Dort wurde uns (meiner Frau Sabine und mir) ein Tauchgang in der Nähe einer Seelöwen-Kolonie empfohlen. Man muss nur morgens aufpassen, da die Tiere zu dieser Zeit sehr verspielt sind und aufdringlich werden können. Aber es war Nachmittag. Und Seehunde unter Wasser zu sehen, das wird toll...
Der Einstieg in das unfreundliche Wasser des Pazifik bestätigte gleich unsere Befürchtungen. Die Sicht war entsprechend deutscher Badeseen. Also schlecht! Durch den hohen Planktonanteil schien alles grün, die Sicht lag bei 1 - 2 m. Und kalt war das Wasser auch noch...

Das Tauchen durch den Kelp war zwar eindrucksvoll, aber so aufregend wie ein Spaziergang durch ein Dickicht. Vor lauter Pflanzen sah man kein Wasser mehr, man musste höllisch aufpassen sich nicht zu verheddern und von Seelöwen keine Spur. Nicht einer hat sich sehen lassen, obwohl über Wasser auf dem Felsen bestimmt 30 Tiere saßen! Jedenfalls haben wir keinen gesehen...

Fazit: Die Kelpwälder sind eindrucksvoll. Aber, wer kaltes, trübes Wasser haben möchte, kann auch in heimischen Gewässern tauchen! Ein Tauchgang hat mir jedenfalls gereicht...
Trotzdem kann ich eine Reise dorthin nur empfehlen - zumindest über Wasser: Man sucht sich einen günstigen Linienflug nach Los Angeles und nimmt sich dort einen Mietwagen (inkl. Klimaanlage!). Wenn man sich auf einer Karte die Highlights in und um Kalifornien betrachtet ist die Reiseroute schnell festgelegt: Highway 66, Grand Canyon, Monument Valley, Arches National Park, Bryce Canyon, Zion Canyon, Las Vegas, Death Valley, San Francisco, Hollywood...

 

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(c) 2006 Thilo Künneth

 

In Amerika findet man überall günstige Motels oder Campgrounds, so dass eine Übernachtung überall leicht möglich ist! Tipp: In Las Vegas buhlen die großen Hotels unter der Wochen um jeden Touristen und locken mit günstigen Übernachtungspreisen, in der Hoffnung im Spielcasino zu verdienen!
Also ohne Scheu ins beste Hotel "am Strip" und staunen...

Die beste Reisezeit ist Frühling oder Herbst, wenn es nicht gar so heiß ist.

Thilo Künneth (Mai 1995)


 

 

   

 

letzte Aktualisierung: 09.01.2006

 

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